Mandanteninformationen

In regelmäßigen Abständen informiere ich Sie in der INFOBOX über interessante Neuigkeiten aus Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung. Mit den HEADLINES biete ich Ihnen u.a. das RSS-Angebot von DATEV an. Dies sorgt dafür, dass Ihnen keine wichtige Meldung mehr entgeht. Im Bereich "INFO-VIDEOS" erhalten Sie kostenlos eine kurzweilige, klare und verständliche Informationen über die aktuellen Steuer-Fragen. "BELLA DIGITALIA" gibt Ihnen einen kurzen Einblick in die Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit mit meiner Kanzlei.

 


Was sich 2021 beim Geld ändert

01.01.2021
Die Bürger werden unterm Strich im kommenden Jahr etwas mehr im Geldbeutel haben. Eine Reihe von Änderungen bei Steuern, beim Kindergeld, aber auch bei Spritkosten und in der Krankenversicherung stehen an.
Rund zwei Prozent mehr Kaufkraft pro Kopf werden die Deutschen im kommenden Jahr zur Verfügung haben. Das hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in einer Studie ermittelt. Beim Durchschnittsverdiener kommen demnach 453 Euro mehr als im Vorjahr an.
Wie viel davon allerdings "real", also nach Berücksichtigung der Teuerungsrate, übrig bleibt, ist fraglich. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts kostet diese finanzielle Entlastung den Bundeshaushalt rund 15 Milliarden Euro.

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Der Soli fällt weg - für fast alle

Die größte Entlastung für Steuerzahler entsteht durch die fast vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages. Für 90 Prozent der heutigen Zahler fällt er komplett weg, für weitere 6,5 Prozent zumindest zum Teil. Nur bei Einkommen der Top-Verdiener wird er weiter in voller Höhe abgezogen.

Ein Single kann durch den Soli-Wegfall bis zu 930 Euro im Jahr sparen, ein Paar mehr als 1860 Euro. Wer sehr wenig verdient, profitiert allerdings kaum - weil der Solidaritätszuschlag schon heute nur kleine Summen ausmacht.

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, meint, dass die Soli-Abschaffung in Corona-Zeiten wenig sinnvoll ist: "Hätte man vor ein paar Jahren gewusst, dass die Pandemie kommt, hätte man den Soli-Teilabbau und die Entlastung vermutlich nicht beschlossen." Ein kleiner Pferdefuß für Privatanleger bleibt allerdings: Für Kapitalerträge wird der Soli in alter Höhe von 5,5 Prozent neben der Abgeltungssteuer von 25 Prozent weiterhin erhoben.

Mehrwertsteuer wieder bei 19 Prozent

Auch der Effekt der zeitweisen Senkung der Mehrwertsteuer seit Juli 2020 von 19 auf 16 Prozent war nicht unumstritten. Ab Januar gilt wieder der alte Steuersatz. Beim ermäßigten Steuersatz geht es wieder von fünf auf den alten Steuersatz von sieben Prozent nach oben.

Kfz-Steuer

Etwas stärker zur Kasse gebeten werden Autofahrer auch bei der Kfz-Steuer. Sie steigt allerdings nur für die meisten neu zugelassenen Fahrzeuge mit hohem Spritverbrauch. Ab 2021 kommt zu einem Sockelbetrag nach Hubraum ein Betrag hinzu, der sich am CO2-Ausstoß des Fahrzeugs orientiert. Für reine Elektrofahrzeuge wird die Steuerbefreiung bis 2025 verlängert.

Kindergeld

Familien mit Kindern können sich im kommenden Jahr über mehr Kindergeld freuen. Das Kindergeld steigt für das erste und zweite Kind auf 219 Euro pro Monat, für das dritte Kind gibt es 225 Euro und ab dem vierten Kind 250 Euro. Der Kinderfreibetrag bei der Steuer wird von 7812 auf 8388 Euro angehoben.

Eltern können entweder Kindergeld oder Kinderfreibetrag nutzen. Der Freibetrag verringert die Einkommensteuer und lohnt sich daher vor allem für Besserverdiener. Familien mit sehr geringem Einkommen profitieren weniger von der Erhöhung, weil das Kindergeld mit Hartz IV verrechnet wird. Sie haben allerdings zum Teil Anspruch auf einen Kinderzuschlag, der 2021 von maximal 185 auf höchstens 205 Euro steigt.

Grundfreibetrag

Auch die Einkommensgrenze, ab der man überhaupt Steuern zahlen muss, der so genannte Grundfreibetrag, wird um 336 Euro auf 9744 Euro angehoben. Dadurch zahlen die meisten Bürger weniger Steuern. Die Grenze, ab der der 42-prozentige Spitzensteuersatz erhoben wird, steigt ebenfalls leicht auf ein Jahreseinkommen von 57.919 Euro.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Deutliche Steuererleichterungen gibt es für Alleinerziehende. Für allein stehende Mütter und Väter mit Kindergeldanspruch erhöht sich bei einem Kind der Entlastungsbetrag von 1908 auf 4008 Euro. Um diesen Betrag wird das zu versteuernde Einkommen bereits 2020 reduziert. Für jedes weitere Kind kommen 240 Euro hinzu.

Tanken und Heizen

Die Sprit-, Gas- und Heizölrechnung wird für Verbraucher im kommenden Jahr tendenziell höher ausfallen. Denn ab 2021 gibt es einen nationalen CO2-Preis. Unternehmen wie Raffinerien, die Benzin, Diesel oder Heizöl verkaufen, müssen je Tonne des Treibhausgases zunächst 25 Euro zahlen. Der Preis kann im Jahresverlauf sogar noch ansteigen. Fossile Energien sollen so verteuert und klimaschonende Alternativen begünstigt werden. Der Mineralölwirtschaftsverband rechnet damit, dass die Kosten beim Tanken insgesamt um zehn bis elf Cent pro Liter steigen. 

Pendlerpauschale

Eine Entlastung gibt es im Gegenzug aber in Form der Pendlerpauschale. Ab dem 21. Kilometer erhöht sie sich von 30 auf 35 Cent pro Kilometer. Nach Rechnung des Steuerzahlerbunds kann man mit einem Arbeitsweg von 35 Kilometern im kommenden Jahr rund 165 Euro mehr Entfernungspauschale geltend machen als bisher.

Home-Office-Pauschale

Wer Corona-bedingt im Jahr 2020 zu Hause gearbeitet hat, kann für fünf Euro pro Heimarbeitstag von der Steuer absetzen. Diese Pauschale gilt aber nur für bis zu 120 Tage im Home Office, also 600 Euro. Der Betrag wird allerdings auf die Werbungskosten angerechnet. Nur wer inklusive der Home-Office-Pauschale über 1000 Euro kommt, profitiert also steuerlich. Die Home-Office-Pauschale gilt auch für das kommende Jahr 2021. 

Strompreise: zumindest stabil

Auch die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms wird mit 5,4 Milliarden Euro aus Steuermitteln leicht gesenkt. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises. Die Umlage wäre sonst stark gestiegen. Damit bleiben die Strompreise in Deutschland überwiegend auf ihrem, im internationalen Vergleich, hohen Niveau. Nur wenige Anbieter planen laut einer Erhebung bei Vergleichsportalen eine Senkung der Preise. 

Mindestlohn

Mit dem Jahreswechsel wird der Mindestlohn angehoben, von 9,35 Euro auf 9,50 Euro je Stunde. Ab Juli liegt er dann bei 9,60 Euro pro Stunde. Für Auszubildende steigt die Mindestvergütung im ersten Lehrjahr auf 550 Euro, nach 515 Euro zuvor. 

Grundrente

Offiziell wird die Grundrente zum 1. Januar eingeführt. Sie soll Versicherten zugute kommen, die langjährig in die Rentenkasse eingezahlt haben, aber dennoch nur geringe gesetzliche Renten zu erwarten haben. Die Deutsche Rentenversicherung prüft zunächst die Ansprüche der Versicherten. Die Rentenbescheide sollen spätestens Ende 2022 verschickt werden. Auszahlungen erfolgen dann rückwirkend auch für das Jahr 2021.

Eine Erhöhung der gesetzlichen Rente für alle Rentner dürfte es 2021 wohl nicht geben. Im Corona-Jahr sind die Einkünfte der Beschäftigen im Schnitt nicht gestiegen, und danach wird die Rentenhöhe ausgerichtet. Durch die Anpassung der Ost- an die Westrenten könnte es für Altersrentner in Ostdeutschland aber einen Aufschlag von rund 0,7 Prozent geben. 

Krankenversicherung: Zusatzbeitrag steigt

Die Pandemie sorgt bei den gesetzlichen Krankenkassen für eine gewaltigen Mehrbedarf von geschätzt 16,6 Milliarden Euro. Nur ein Teil davon wird von Bundesmitteln übernommen. Versicherte dürften sich damit auf tendenziell steigende Zusatzbeiträge einstellen müssen. Im Schnitt hatten das Gesundheits- und Finanzministerium einen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent Zusatzbeitrag als Ziel gesetzt. Die Krankenkassen entscheiden aber selbst über die Erhöhungen. 

Pflege-Pauschbetrag

Steuerliche Erleichterungen für Menschen, die einen Angehörigen zu Hause pflegen, werden erhöht und ausgeweitet: Für die Pflegegrade 2 und 3 wird der Pauschbetrag bei 600 beziehungsweise 1100 Euro liegen. Für Personen mit den Pflegegraden 4 und 5 wird der Betrag auf 1800 Euro angehoben.
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Überbrückungshilfe III wird nochmals deutlich ausgeweitet

16.12.2020

Umfangreiche Erweiterung der Corona-Hilfen

Die Überbrückungshilfe III wird nochmals deutlich ausgeweitet. Die verbesserten Konditionen unterstützen jetzt auch die Unternehmen, Soloselbständigen und Freiberufler, die direkt und indirekt von den Schließungen ab 16. Dezember betroffen sind.

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Es gibt zum einen die Novemberhilfe. Sie unterstützt die von den temporären Schließungen direkt, indirekt und mittelbar betroffenen Unternehmen, Betriebe, Selbstständigen, Vereine und Einrichtungen. Diese Hilfe wird nun - aufgrund der Verlängerung der Schließungen bis zum 10. Januar 2021 - als Dezemberhilfe für die Dauer der Schließung im Dezember 2020 im Rahmen der Vorgaben des EU-Beihilferechts verlängert.

Zum anderen gibt es die Überbrückungshilfe III. Sie unterstützt Unternehmen, Soloselbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler, die besonders stark von der Corona-Krise betroffen sind. Dabei handelt es sich um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Überbrückungshilfe II läuft derzeit noch bis zum 31. Dezember 2020. Anträge hierfür können rückwirkend bis 31. Januar 2021 gestellt werden. Das Programm wird als Überbrückungshilfe III bis Ende Juni 2021 verlängert und deutlich erweitert. Es gilt nun auch für Unternehmen, die von den Schließungen ab 16. Dezember 2020 betroffen sind.

Weiter Informationen: Bundesministerium der Finanzen

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CORONA - ÜBERBRÜCKUNGSHILFE II ist freigeschaltet

21.10.2020
Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten: Die CORONA Überbrückungshilfe II ist ab heute freigeschaltet! Gerne übernehmen ich für Sie die detaillierte Prüfung, begleite Sie bei der Antragsstellung und reiche den Antrag auf Überbrückungshilfe II für Sie ein.

Bitte zögern Sie nicht mich zu kontaktieren.

Ute Zemann-Zipser
STEUERBERATERIN


300 Euro Corona-Kinderbonus

01.09.2020

Mit dem Kindergeld wird ab dem 7. September der Corona-Kinderbonus ausgezahlt. Zunächst gibt es 200 Euro obendrauf, im Oktober die restlichen 100 Euro.

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Wann genau der jeweilige Auszahlungstermin ist, richtet sich nach der Endziffer der Kindergeldnummer. Zuerst landet der Bonus auf den Konten der Eltern mit der Kindergeldnummer 0. Der Bund schüttet mit der in zwei Raten geteilten Einmalzahlung 4,3 Milliarden Euro zusätzlich für Familien aus.

Der Kindergeldbonus wird nicht auf die Grundsicherung wie Hartz IV angerechnet - aber er wird mit den Kinderfreibeträgen verrechnet. So profitieren davon Familien mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 90.000 Euro.

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Elektronische Kassen müss(t)en umgerüstet sein

01.09.2020

Händler müssen ihren Kunden seit Januar zur gekauften Ware einen Bon vorlegen. Damit sollen die Bezahlvorgänge nachvollziehbar sein. Deswegen wurde auch festgeschrieben, dass elektronische Kassen über eine vom Bundesamt für Sicherheitstechnik (BSI) zertifizierte Sicherheitseinrichtung verfügen müssen.

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Damit sollen die Bezahldaten digital erfasst, durch die Finanzverwaltung geprüft und eine Manipulation unterbunden werden können. Bis zum 30. September hatte die Wirtschaft eigentlich Zeit, ihre Verkaufssysteme darauf umzustellen.

Doch haben nach Aussage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks alle Länder außer Bremen die Frist inzwischen verlängert und wollen bis März 2021 die fehlende Umrüstung nicht beanstanden. Voraussetzung dabei ist, dass die Betriebe nachweisen können, einen Umrüstungsauftrag gestellt zu haben. Hier wiederum unterscheiden sich die Anforderungen der Länder. In Sachsen muss die Beauftragung etwa bis zum 31. August erfolgt sein, in Thüringen bis Ende September.

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Koalition einigt sich auf Verlängerung beim Kurzarbeitergeld

25.08.2020

Das Kurzarbeitergeld soll wegen der Coronakrise bis Ende Dezember 2021 und damit auf 24 Monate verlängert werden. Das haben die Spitzen von Union und SPD beschlossen.
Von Kurzarbeit betroffene Arbeitnehmer und Unternehmen können auch über das Jahresende hinaus mit Milliardenhilfen rechnen: Union und SPD haben sich auf die Verlängerung von finanziellen Hilfen in der Coronakrise verständigt. Die Partei- und Fraktionsvorsitzenden vereinbarten am Dienstagabend nach über achtstündigen Verhandlungen im Kanzleramt, das Kurzarbeitergeld bis zum 31. Dezember 2021 zu verlängern. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will die Pläne bereits an diesem Mittwoch ins Bundeskabinett bringen.

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Die verlängerte Bezugsdauer soll für Betriebe gelten, die bis zum 31. Dezember 2020 Kurzarbeit eingeführt haben. Die betroffenen Firmen würden zusätzlich dadurch entlastet, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihnen bis zum 30. Juni 2021 in voller Höhe die Sozialbeiträge erstattet, die sie auch bei Kurzarbeit entrichten müssen, hieß es.

Das Kurzarbeitergeld wird weiter auf 70 beziehungsweise 77 Prozent ab dem vierten Monat und auf 80 beziehungsweise 87 Prozent ab dem siebten Monat erhöht. Diese Regeln soll bis 31. Dezember 2021 für alle verlängert werden, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entstanden ist. Regulär beträgt das Kurzarbeitergeld 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, für Berufstätige mit Kindern 67 Prozent.

Milliardenkosten als Zuschuss
Damit die BA die Milliardenkosten für Kurzarbeit schultern kann, will die Koalition Steuergeld locker machen - und zwar als Zuschuss und nicht als Darlehen. Allein bis Ende Juli gab die BA über elf Milliarden Euro für Kurzarbeitergeld und die Erstattung der Sozialbeiträge an die Unternehmen aus.

Die Union wehrte sich zuletzt gegen eine ihrer Ansicht nach allzu großzügige Verlängerung des Kurzarbeitergelds. So hatte der CDU-Arbeitsmarktexperte Weiß bemängelt, die Unternehmen nach Heils ursprünglichen Plänen unter Umständen bis März 2022 eine komplette Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitnehmern in Kurzarbeit bekommen sollten. Bundeskanzlerin Angela Merkel stehe einer Verlängerung des Kurzarbeitergeldes aber "grundsätzlich positiv" gegenüber, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert zuvor geäußert.

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD wollen mit den Maßnehmen Massenentlassungen als Folge der Coronakrise verhindern. Im Mai zählte die BA 6,7 Millionen Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter. 

Quelle: dpa/AFP/REUTERS

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Anpassung der Umsatzsteuersätze ab 1.7.2020

22.06.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Bewältigung der Corona-Krise hat sich die Große Koalition am 3.6.2020 auf ein umfangreiches Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket sowie ein Zukunftspaket geeinigt. Ein zentrales Element zur Stärkung der Konjunktur und Wirtschaftskraft soll dabei die befristete Absenkung der Mehrwertsteuersätze von 19 % auf 16 % sowie von 7 % auf 5 % vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 darstellen. Die geplante Änderung ist vom Gesetzgeber zwar noch nicht endgültig umgesetzt worden, allerdings führt die Absenkung der Umsatzsteuersätze zu kurzfristigem Handlungsbedarf in Unternehmen, da Systeme und Prozesse angepasst werden müssen. Insbesondere die folgenden Aspekte sind dabei zu beachten:

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-        Für die Entstehung der Umsatzsteuer und die zutreffende Anwendung des Steuersatzes kommt es darauf an, wann die Leistung tatsächlich ausgeführt worden ist (Lieferung = Verschaffung der Verfügungsmacht, sonstige Leistung = Zeitpunkt der Vollendung). Damit ist weder der Tag der Rechnungstellung noch der Tag der Zahlung maßgeblich.

Es ergibt sich grundsätzlich die folgende Übersicht der anzuwendenden Steuersätze:

Bis zum 30.6.2020 ausgeführte Leistungen

Zwischen 1.7.2020 und 31.12.2020 ausgeführte Leistungen

Ab 1.1.2021 ausgeführte Leistungen

Regelsteuersatz

19 %

16 %

19 %

Ermäßigter Steuersatz

7 %

5 %

7 %

-        Besonderheiten nur  für die Gastronomiebetriebe:
Am 5.6.2020 hat der Bundesrat dem Corona-Steuerhilfegesetz zugestimmt. Vom 1.7.2020 bis 30.6.2021 ist für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen der ermäßigte Steuersatz anzuwenden. Getränke sind von der Steuersenkung allerdings ausgenommen. Für Restaurations- und Verpflegungsdienstleistungen gelten somit folgende Steuersätze:

·        Bis zum 30.6.2020 ausgeführte Leistungen 19 %

·        Zwischen 1.7.2020 und 31.12.2020 ausgeführte Leistungen 5 %

·        Zwischen 1.1.2021 und 30.6.2021 ausgeführte Leistungen 7 %

·        Ab 1.7.2021 ausgeführte Leistungen 19 %

-        Bei Anzahlungen, die vor dem 1.7.2020 für Leistungen im Übergangszeitraum vereinnahmt werden, ist auf diese grundsätzlich der bisherige Steuersatz anzuwenden. Wird die Leistung dann zwischen dem 1.7.2020 und 31.12.2020 erbracht/vollendet, unterfällt das gesamte Entgelt jedoch dem verminderten Steuersatz, was auf der Schlussrechnung entsprechend berücksichtigt werden muss.

-        Sämtliche Kassen- und ERP-Systeme sind auf die abgesenkten Steuersätze anzupassen.

-        In der Buchhaltung werden neue Konten für die angepassten Steuersätze benötigt.

-        Im Rahmen der Rechnungseingangsprüfung ist darauf zu achten, dass für Eingangsleistungen im Zeitraum zwischen 1.7.2020 und 31.12.2020 der abgesenkte Steuersatz ausgewiesen wird. Bei Anwendung des alten Steuersatzes liegt in Höhe der Differenz ein zu hoher Steuerausweis vor, der nicht als Vorsteuer geltend gemacht werden kann.

-        Bei Dauerleistungen, z.B. Miet- oder Leasingverträgen, ist darauf zu achten, dass, soweit in den diesbezüglichen Verträgen Bruttoentgelte vereinbart wurden, diese für Leistungszeiträume ab Juli 2020 entsprechend an die geänderte Rechtslage angepasst und die Preise für die Leistungen ggf. neu kalkuliert werden müssen, vorausgesetzt, dass der Vorteil der Steuersatzsenkung an den Kunden weitergegeben werden soll.

Wir hoffen, dass wir Ihnen einen ersten Überblick verschaffen konnten und stehen Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Ute Zemann-Zipser
-Steuerberaterin-

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Ambitioniertes Konjunktur­ und Zukunftspaket

04.06.2020
Die wesentlichen Punkte kurz zusammengefasst:

• Absenkung der Mehrwertsteuer: Vom 1. Juli an bis zum 31. Dezember 2020 soll der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und für den ermäßigten Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden.

• Kinderbonus für Familien: Einmalig erhalten Eltern EUR 300,00 pro Kind. Dieser Bonus wird allerdings mit dem Kinderfreibetrag verrechnet. Für Alleinerziehende werden die Freibeträge verdoppelt.

• Degressive Abschreibung: Als steuerlicher Investitionsanreiz wird eine degressive Abschreibung mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25% Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021 eingeführt. Ob dies nur für Neuanschaffungen oder auch für bereits getätigte Investitionen gilt, soll noch festgelegt werden.

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Überbrückungshilfen: Erstattung eines Teils der fixen Betriebskosten für kleine und mittelständische Unternehmen auf Antrag.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern.
Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber Vorjahresmonat.

Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden.
 
Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. 
Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten. Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31.8.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020.

Auszubildende: Prämien für Ausbildungsbetriebe von TEUR 2 bzw. TEUR 3, sofern Ausbildungsangebot nicht verringert wird bzw. sogar erhöht wird.
Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, erhalten für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro, die nach Ende der Probezeit ausgezahlt wird.
Solche Unternehmen, die das Angebot sogar erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3.000 Euro.

• Innovationsprämie: Erhöhung der Kaufprämie für E-Fahrzeuge bis zu einem Nettolistenpreis von TEUR 40 und Erhöhung der Kaufgrenze auf TEUR 60 für die begünstige Versteuerung der Privatnutzung von E-Firmenwagen.

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Pfändung der Corona-Soforthilfe ist unzulässig

20.05.2020

FG Münster, Pressemitteilung vom 19.05.2020 zum Beschluss 1 V 1286/20 vom 13.05.2020
Eine Kontenpfändung des Finanzamts, die auch Beträge der Corona-Soforthilfe umfasst, ist rechtswidrig. Das hat das Finanzgericht Münster in einem Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes mit Beschluss vom 13.05.2020 (Az. 1 V 1286/20 AO) entschieden.

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Der Antragsteller betreibt einen Reparaturservice und erzielt hieraus Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie war es dem Antragsteller nicht möglich, Reparaturaufträge zu erhalten. Er beantragte deshalb am 27.03.2020 zur Aufrechterhaltung seines Gewerbebetriebs beim Land Nordrhein-Westfalen eine Corona-Soforthilfe i. H. v. 9.000 Euro für Kleinstunternehmer und Soloselbständige, die mit Bescheid vom selben Tag von der Bezirksregierung bewilligt und auf sein Girokonto überwiesen wurde. Da dieses Konto mit einer im November 2019 vom Finanzamt ausgebrachten Pfändungs- und Einziehungsverfügung wegen Umsatzsteuerschulden aus den Jahren 2017 bis 2019 belastet war, verweigerte die Bank die Auszahlung der Corona-Soforthilfe. Der Antragsteller begehrte deshalb im Rahmen einer einstweiligen Anordnung die einstweilige Einstellung der Pfändung des Girokontos.

Der 1. Senat des Finanzgerichts Münster hat dem Antrag stattgegeben und das Finanzamt verpflichtet, die Kontenpfändung bis zum 27.06.2020 einstweilen einzustellen und die Pfändungs- und Einziehungsverfügung aufzuheben. Für den gerichtlichen Antrag bestehe ein Rechtsschutzbedürfnis, weil die Corona-Soforthilfe nicht von den zivilrechtlichen Pfändungsschutzregelungen erfasst werde. Die Vollstreckung und die Aufrechterhaltung der Pfändungs- und Einziehungsverfügung führten ferner zu einem unangemessenen Nachteil für den Antragsteller. Durch eine Pfändung des Girokonto-Guthabens, das durch den Billigkeitszuschuss in Form der Corona-Soforthilfe erhöht worden sei, werde die Zweckbindung dieses Billigkeitszuschusses beeinträchtigt. Die Corona-Soforthilfe erfolge ausschließlich zur Milderung der finanziellen Notlagen des betroffenen Unternehmens im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie. Sie diene nicht der Befriedigung von Gläubigeransprüchen, die vor dem 01.03.2020 entstanden seien und somit nicht dem Zweck, die vor dem 01.03.2020 entstandenen Ansprüche des Finanzamts zu befriedigen. Da die Corona-Soforthilfe mit Bescheid vom 27.03.2020 für einen Zeitraum von drei Monaten bewilligt worden sei, sei die Vollstreckung bis zum 27.06.2020 einstweilen einzustellen.

 

Quelle: FG Münster

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Verlustverrechnung eingeschränkt, Grenze für Ist-Besteuerung angehoben

25.02.2020

Mit dem Gesetz zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen wurden auch die Verlustverrechnungsmöglichkeiten geändert und die Umsatzsteuergrenze für die Ist-Besteuerung angehoben.

So können Verluste aus Termingeschäften, die nach dem 31.12.2020 entstehen, insbesondere aus dem Verfall von Optionen, nur mit Gewinnen aus Termingeschäften und mit den Erträgen aus Stillhaltegeschäften – beschränkt auf 10.000 € im Jahr – ausgeglichen werden. Verluste, die nicht verrechnet werden konnten, können auf Folgejahre vorgetragen und bis zu jeweils 10.000 € im Jahr verrechnet werden. Eine Verrechnung mit anderen Kapitalerträgen ist nicht möglich.

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Auch Verluste aus der Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung, aus der Ausbuchung wertloser Wirtschaftsgüter, aus der Übertragung wertloser Wirtschaftsgüter auf einen Dritten oder aus einem sonstigen Ausfall von Wirtschaftsgütern können in Zukunft nur mit Einkünften aus Kapitalvermögen – auch hier beschränkt auf 10.000 € im Jahr – ausgeglichen werden. Nicht verrechnete Verluste können ebenfalls auf Folgejahre vorgetragen und in Höhe von jeweils 10.000 € im Jahr mit Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Diese Änderung gilt für Verluste, die nach dem 31.12.2019 entstehen.

Anmerkung: Die Verluste sollen in einem besonderen Verlustverrechnungskreis berücksichtigt und nicht generell versagt, sondern zeitlich gestreckt werden. Sie können allerdings nur mit entsprechenden Gewinnen verrechnet werden, wenn welche da sind.

In dem Gesetz ist – überraschend – auch die umsatzsteuerliche Ist-Besteuerungsgrenze von 500.000 € auf 600.000 € ab dem 1.1.2020 angehoben worden. Nunmehr herrscht hier Gleichlauf mit der Buchführungsgrenze.

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BREXIT und Datenschutz

31.01.2020

Der Datenschutz ist wahrscheinlich nicht gerade das erste, was Ihnen zum heutigen Brexit einfällt. Durch die Übergangsfrist bis Ende des Jahres bleibt juristisch auch erst einmal alles beim Alten.
Wenn Sie mit Unternehmen in Großbritannien personenbezogene Daten austauschen bzw. dort Daten verarbeiten (lassen), sollten Sie jedoch jetzt schon anfangen, sich mit den datenschutzrechtlichen Konsequenzen des Brexits vertraut zu machen. Denn es ist eher unwahrscheinlich, dass Großbritannien und die EU bis Ende des Jahres gemeinsame Regelungen für den Datentransfer gefunden haben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen, dass die Zusammenarbeit mit Großbritannien weiterhin gut verläuft!

Weiterführende Information zu diesem Thema finden Sie auf meiner BREXIT-SEITE

Warnung vor betrügerischen E-Mails zum Transparentregister

21.01.2020
BMF, Mitteilung
Derzeit versenden Betrüger*innen unter dem Namen „Organisation Transparenzregister e.V." E-Mails, in denen Empfänger*innen auf die Mitteilungspflicht an das Transparenzregister gemäß §§ 18 ff. des Geldwäschegesetzes hingewiesen und Bußgelder bei unterbleibender Registrierung angedroht werden. In den E-Mails wird der Eindruck erweckt, man müsse sich kostenpflichtig auf der Internetseite www.TransparenzregisterDeutschland.de registrieren.

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Das Bundesministerium der Finanzen warnt ausdrücklich davor, auf solche oder ähnliche E-Mails zu reagieren, sich auf der oben genannten Internetseite zu registrieren oder gar Zahlungen zu leisten!

Die offizielle Internetseite des Transparenzregisters im Sinne des Geldwäschegesetzes lautet www.transparenzregister.de . Betreiber des Transparenzregisters ist die Bundesanzeiger Verlag GmbH als Beliehene. Die Aufsicht über das Transparenzregister hat das Bundesverwaltungsamt. Die Eintragungen in das Transparenzregister sind kostenlos.

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Das ändert sich ab dem 1. Januar 2020 für Existenzgründer

20.12.2019
Wer einen Betrieb eröffnet oder eine freiberufliche Tätigkeit aufgenommen hat, muss künftig innerhalb eines Monats von sich aus den sog. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung mit Angaben zu den persönlichen Verhältnissen, zum Unternehmen und zu den zu erwartenden Einkünften bzw. Umsätzen an das Finanzamt übermitteln.

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Der ausgefüllte Fragebogen kann unkompliziert über das Online-Portal „Mein ELSTER" (www.elster.de) elektronisch übermittelt werden. Die bisherige individuelle Aufforderung durch die Finanzämter, die entsprechenden Angaben zu erklären, entfällt.

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Mit Krankenkassenbeiträgen Steuern sparen

01.12.2019

Das Jahr neigt sich dem Ende und so mancher fragt sich ob er noch etwas tun kann oder sollte, um die Einkommensteuerlast zu minimieren. Eine Möglichkeit, Gelder nahezu risikolos, aber renditestark anzulegen bietet der Fiskus, indem er Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die der Basisabsicherung in den Folgejahren dienen, bereits im aktuellen Jahr als Sonderausgaben steuermindernd anerkennt. Dies ist besonders für Selbständige interessant, die entweder privat oder in einer der gesetzlichen Krankenkassen freiwillig versichert sind. Sie haben die Möglichkeit zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Jahresbeitrag zur Basiskranken- und Pflegeversicherung bis zum 2,5-fachen der Jahresbeiträge für kommende Jahre im Voraus zu zahlen. Damit können im aktuellen Jahr erheblich Steuern gespart werden. In den Folgejahren fallen dann zwar keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mehr an. Die Gestaltung ist aber dennoch sinnvoll, denn in vielen Fällen verdrängen die unbeschränkt abziehbaren Jahresbeiträge zur Basisabsicherung bei der Kranken- und Pflegeversicherung die übrigen Vorsorgeaufwendungen, wie z.B. Haftpflicht- oder Unfallversicherungen. Wenn jedoch in Absprache mit der Krankenkasse Beiträge für Folgejahre bereits im aktuellen Jahr geleistet werden, so wird in den Folgejahren Platz für die Berücksichtigung von Haftpflichtversicherungen und Co. geschaffen.

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Sonderausgabenabzug ohne Beitragsvorauszahlung
Ein lediger Unternehmer ist privat krankenversichert. Seine Beitragszahlungen zur Basiskranken- und Pflegeversicherung ohne Krankengeld betragen jährlich 3.500 Euro. Daneben zahlt er jährlich noch Beiträge für eine private Unfallversicherung und eine private Haftpflichtversicherung jeweils 250 Euro und für eine Lebensversicherung (erste Beitragszahlung vor dem 1. Januar 2005) 4.200 Euro.

Beitrag zur Basiskranken-/Pflegeversicherung

3.500 €

Sonstige Vorsorgeaufwendungen
- Kapitallebensversicherung (88 %)
- Haftpflichtversicherung
- Unfallversicherung


3.696 €
250 €
250 €

Summe

7.696 €

Höchstbetrag

2.800 €

Abziehbar mindestens Basiskrankenversicherung

3.500 €

Als Unternehmer erhält er keine steuerfreien Zuschüsse, so dass er 2.800 Euro, mindestens aber die Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung in der Einkommensteuererklärung ansetzen kann. Mit der Basiskrankenversicherung wird der Höchstbetrag von 2.800 Euro bereits überschritten. Damit bleiben jedes Jahr sonstige Vorsorgeaufwendungen von fast 4.200 Euro steuerlich unberücksichtigt.

Sonderausgabenabzug mit Beitragsvorauszahlung
Werden hingegen im Jahr 2019 zusätzlich zum Krankenversicherungsbeitrag von 3.500 Euro noch Vorauszahlungen für die Folgejahre in Höhe des zweieinhalbfachen Jahresbeitrages zur Basiskranken- und Basispflegeversicherung 2019 geleistet (zusätzlich also 8.750 Euro), sind in den Jahren 2020 und 2021 keine Beiträge bzw. für 2022 nur der halbe Beitrag von 1.750 Euro zu zahlen.

Bei den steuerlich abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen ergibt sich dann ein wesentlich günstigeres Bild:

2019

2020

2021

2022


"laufender Jahresbeitrag" zur Basiskrankenversicherung
zzgl. Vorauszahlungen (2,5 x 3.500 €)


3.500 €
+ 8.750 €
= 12.250 €


0 €
0 €


0 €
0 €


1.750 €
0 €

Sonstige Vorsorgeaufwendungen
- Kapitallebensversicherung (88 %)
- Haftpflichtversicherung
- Unfallversicherung


3.696 €
250 €
250 €


3.696 €
250 €
250 €


3.696 €
250 €
250 €


3.696 €
250 €
250 €

Summe

16.446 €

4.196 €

4.196 €

5.946 €

Höchstbetrag

2.800 €

2.800 €

2.800 €

2.800 €

Mindestens jedoch Basiskrankenversicherung

12.250 €

0 €

0 €

0 €

abzugsfähige Sonderausgaben gesamt

12.250 €

2.800 €

2.800 €

2.800 €

Somit sind insgesamt in den Jahren 2019 bis 2022 Sonderausgaben in Höhe von 20.650 Euro steuerlich abzugsfähig (in 2019: 12.250 Euro; in 2020, 2021 und 2022 je 2.800 Euro).

Ohne die Vorauszahlungen wären lediglich 14.000 Euro (4 × 3.500 Euro) steuerlich abzugsfähig gewesen; also 6.650 Euro weniger. Bei einem Spitzensteuersatz von 42 % werden durch die Vorauszahlung über alle drei Jahre Steuern von fast 2.950 Euro gespart. Dies entspricht einer Gesamtrendite von fast 34 Prozent (Steuerersparnis 2.950 Euro / Vorauszahlungsbetrag 8.750 Euro).

Tipp: Mit dem Jahressteuergesetz 2019 plant die Bundesregierung die Anhebung der Vorauszahlungshöchstgrenze auf den dreifachen Jahresbeitrag zur Basiskranken- und Pflegeversicherung.

Sonderreglung für Sonderausgabenabzug zur Beitragsminderung im Alter soll abgeschafft werden
Beiträge, die der zeitlich unbefristeten Beitragsminderung nach Vollendung des 62. Lebensjahres dienen, können derzeit im Jahr der Zahlung unbegrenzt als Sonderausgaben abgezogen werden. Damit ist es möglich, Vorsorgeaufwendungen in Jahre mit höheren Einkünften vorzuziehen und in diesen steuermindernd zu berücksichtigen. Diese Sonderregelung, insbesondere für Beitragsentlastungstarife mit Einmalzahlung, will der Gesetzgeber ab 2020 abschaffen. Beitragsvorauszahlungen sind damit – einschließlich der Zahlungen zur Beitragsstabilisierung im Alter - künftig nur noch bis zum Dreifachen des aktuellen Jahresbeitrags im Jahr der Zahlung als Sonderausgaben abziehbar. Darüber liegende Vorauszahlungsbeiträge können erst in dem Jahr berücksichtigt werden, für das sie geleistet werden.

Hinweis: Beitragszahlungen zur Beitragsstabilisierung im Alter können somit voraussichtlich letztmalig 2019 unbegrenzt als Sonderausgaben abgezogen werden. Wer dieses Gestaltungsmodell für sich interessant findet, sollte sich also beeilen und mit seiner Krankenkasse sprechen.

(Stand: 01.12.2019)

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Alle Jahre wieder...

18.11.2019

Viele Unternehmen lassen das Jahresende mit einer festlichen Weihnachtsfeier ausklingen. Gut, dass bis zu zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr für Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei ausgerichtet werden können. Dies gilt, soweit die Kosten für die Feierlichkeiten den Betrag von 110 € je Betriebsveranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer nicht übersteigen. Es handelt sich hierbei um einen Freibetrag. Wird die Wertgrenze überschritten, muss folglich nur der übersteigende Betrag versteuert werden. Darüber hinaus ist Folgendes zu beachten:

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- Eine Betriebsveranstaltung liegt vor, wenn es sich um eine Veranstaltung aufbetrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter handelt, z. B. Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern.

- Die Veranstaltung muss allen Angehörigen des Betriebs, eines Teilbetriebs oder einer in sich geschlossenen betrieblichen Organisationseinheit (z. B.einer Abteilung) zugänglich sein.

- Zuwendungen im Rahmen einer Betriebsveranstaltung sind alle Aufwendungen des Arbeitgebers inklusive Umsatzsteuer. Es spielt keine Rolle, ob die Aufwendungen einzelnen Arbeitnehmern individuell zurechenbar sind oder es sich um einen rechnerischen Anteil an den Kosten der Betriebsveranstaltung handelt, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendet (z. B. Raummieten oder Kosten für einen Eventplaner; auch Kosten für Begleitpersonen des Mitarbeiters müssen berücksichtigt werden).

- Soweit solche Zuwendungen den Betrag von 110 € je Betriebsveranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer nicht übersteigen, bleiben sie beim Arbeitnehmer steuerlich unberücksichtigt.

- Übersteigen die Kosten je Betriebsveranstaltung den Freibetrag von 110 € und/oder nimmt ein Arbeitnehmer an mehr als zwei Betriebsveranstaltungen teil, sind die insoweit anfallenden zusätzlichen Kosten steuerpflichtig.

Der Arbeitgeber kann diesen Arbeitslohn pauschal mit 25 % versteuern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Veranstaltung allen Arbeitnehmern offensteht. Etwaige Geldgeschenke, die zwar im Rahmen einer Betriebsveranstaltung gemacht werden, aber kein zweckgebundenes Zehrgeld sind, unterliegen nicht der Pauschalierungsmöglichkeit.

Hinweis
Nach einem Urteil des Finanzgerichts Köln gehen Absagen zur Weihnachtsfeier steuerlich nicht zulasten der feiernden Kollegen.
Das abschließende Urteil des Bundesfinanzhofs steht noch aus.

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Umsatzsteuerliche Behandlung einer vermieteten Zahnarztpraxis

01.09.2019

Eine GmbH vermietete ein Gebäude zum Betrieb einer Zahnarztpraxis an eine Ärztegemeinschaft. In dem
Mietvertrag vereinbarten die Parteien, dass neben der Gebrauchsüberlassung der Räumlichkeiten insbesondere
bewegliche Wirtschaftsgüter mit überlassen werden, die für eine funktionsfähige Zahnarztpraxis erforderlich sind.
Die GmbH war der Ansicht, dass dies eine umsatzsteuerfreie Vermietungsleistung darstelle. Das Finanzamt
widersprach.

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Das Finanzgericht München gab dem Finanzamt Recht. Die GmbH hatte die Räumlichkeiten sowie die
Ausstattung für die funktionsfähige Zahnarztpraxis durch einen einheitlichen Vertrag überlassen. Dieser sah keine
Aufteilung des zu zahlenden Entgelts für die Überlassung der Räumlichkeiten sowie der Praxisausstattung vor. Das
Finanzgericht kam daher im Streitfall zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Überlassung des Inventars nicht um
eine bloße Nebenleistung zur Raumüberlassung handelt, da die Überlassung der voll funktionsfähigen Praxisausstattung für die Beteiligten bedeutender ist als die reine Raumüberlassung.

Es handelt sich im Ergebnis um
eine eigenständige und einheitliche Leistung besonderer Art. Diese ist dem umsatzsteuerlichen Regelsteuersatz
zu unterwerfen.

FG München, Urt. v. 27.02.2019, 3 K 1976/17, (rkr.), EFG 2019, S. 1036

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Leasing oder Kauf: Die richtige Entscheidung ohne finanzielle Reue

14.08.2019

Mit Leasing können Sie Ihr Budget schonen und Steuern sparen. Aber Leasingverträge können auch teure Fallen enthalten. Sehen Sie in dem neuen Video, was Sie vor der Entscheidung für Leasing bedenken sollten.

Mit einem Klick zu den Info-Videos

Juristen schätzen, dass 90 Prozent aller Testamente unwirksam sind.

Damit Ihre Unternehmensnachfolge und die Verteilung Ihres Vermögens in Ihrem Sinne geregelt werden, gibt es einiges zu beachten.

Ab 1.05.2019 Mehr Zeit für die Steuererklärung

01.05.2019

Wer eine private Steuererklärung abgeben muss, hat ab sofort zwei Monate mehr Zeit: Für die Steuererklärung 2018 ist der 31. Juli 2019 neuer Abgabeschluss. Bislang musste die Steuererklärung bis zum 31. Mai beim Finanzamt vorliegen.

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Auch für die von Steuerberatern erstellten Steuererklärungen hat sich die Frist verlängert: Steuerpflichtige müssen diese zukünftig erst bis zum 28. Februar des Zweitfolgejahres einreichen. Für die Steuererklärung 2018 gilt der 29. Februar 2020 als Stichtag.

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Vorsteuerabzug aus Anschaffungskosten für einen Ferrari bzw. Lamborghini Aventador

01.04.2019

Eine Gesellschaft befasste sich mit der Projektentwicklung zur Energieerzeugung aus regenerativen Quellen. Zur Teilnahme an sog. „Netzwerktreffen" und um dort Verbindungen zu potenziellen Geschäftspartnern aufzubauen, erwarb die Gesellschaft im Mai 2012 einen gebrauchten Pkw des Typs Ferrari California zum Bruttokaufpreis von 182.900 €. Nach Ansicht des Finanzamts handelte es sich bei den Anschaffungskosten für den Ferrari um nicht abziehbaren Repräsentationsaufwand. Es kürzte den Vorsteuerabzug 2012 um die Umsatzsteuer auf den Kaufpreis für den Ferrari. Dem widersprach das Finanzgericht Hamburg.

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Zwar sei beim Erwerb eines Luxussportwagens grundsätzlich von einem privaten Affektionswert für seinen Nutzer auszugehen. Das Gericht war im Ergebnis jedoch davon überzeugt, dass die Anschaffung des Ferrari im entschiedenen Fall zur Eröffnung substanzieller Geschäftschancen geführt habe und nicht unangemessen war. Es ließ daher den Vorsteuerabzug zu. Hinweis: In einem anderen Verfahren versagte das Finanzgericht Hamburg den Vorsteuerabzug aus der Anschaffung eines gebrauchten Lamborghini Aventador (Bruttokaufpreis 298.500 €) durch ein Gebäudereinigungsunternehmen. Der Unterhalt eines derartigen Fahrzeugs diene ähnlichen Zwecken wie Aufwendungen für Jagden, Segel- oder Motorjachten, weil er seiner Art nach geeignet sei, unangemessenen Repräsentationsaufwand darzustellen.

Gerne informiere ich Sie über Ihre Möglichkeiten!

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Fehlende Steuerbescheinigung über die Ausschüttung aus der Kapitalrücklage führt zur Verwendungsfestschreibung auf 0 €

01.03.2019
Schüttet eine Kapitalgesellschaft Beträge aus dem steuerlichen Einlagekonto aus, muss sie keine Kapitalertragsteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen.

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Die Gesellschaft muss die Ausschüttung aus dem steuerlichen Einlagekonto nach amtlichem Muster dem Anteilseigner bescheinigen. Liegt diese Steuerbescheinigung nicht bis zum Tag der Bekanntgabe der erstmaligen Feststellung des steuerlichen Einlagekontos zum Schluss des Wirtschaftsjahrs, in dem die Ausschüttung erfolgt ist, vor, gilt der Betrag der Einlagenrückgewähr als mit 0 € bescheinigt.

Die Ausschüttung ist in der Folge steuerpflichtig, da sie als nicht aus dem steuerlichen Einlagekonto erfolgt gilt. Eine Korrektur ist ausgeschlossen. Diese gesetzlich angeordneten Rechtsfolgen sind verfassungsgemäß.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs BFH,Beschl.v.11.07.2018,IR30/16,BFH/NV2019,S.171)

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AKTUELLES: STEUERN | RECHT | WIRTSCHAFT

23.12.2018

Freie Verpflegung als Sachbezug ab 1. Januar 2019

Erhalten Arbeitnehmer als Arbeitsentgelt Sachbezüge in Form von Verpflegung, richtet sich der Wert nach der Sachbezugsverordnung. Die sich daraus ergebenden Werte werden in die Berechnung der Lohnsteuer und der Sozialversicherungsbeiträge einbezogen. Die freie Verpflegung umfasst die Mahlzeiten Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Stellt der Arbeitgeber nicht alle Mahlzeiten zur Verfügung, ist der anteilige Sachbezugswert nur für die gewährte Mahlzeit anzusetzen. Für Jugendliche und Auszubildende gibt es keinen Abschlag mehr. Für Familienangehörige sind geringere Werte anzusetzen.

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Ab dem 1. Januar 2019 gelten folgende Werte:

Werte für freie Verpflegung alle Mahlzeiten

Monat: 251,00 €
Kalendertag: 8,37 €

Werte für teilweise Gewährung freier Verpflegung
Monat: Frühstück 53,00 €
Kalendertag: 1,77 €

Mittag- und Abendessen je
Monat: 99,00 €
Kalendertag: 3,30 €

Bei der Gewährung unentgeltlicher oder verbilligter Mahlzeiten im Betrieb sind für sämtliche Arbeitnehmer einheitlich anzusetzen:

 1,77 € für das Frühstück
 3,30 € für Mittag-/Abendessen.

 

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AKTUELLES: Neue EU-DATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG

Ab Mai 2018 gelten neue Spielregeln. Bitte schauen sie sich dieses Erklärvideo aus der Praxis und das Erklärvideo für die Umsetzung der neuen Datenschutzgrundverordnug genau an.

Sie möchten lieber ein persönliches Gespräch?